Routine versus jugendliche Unbeschwertheit

Jakob Aeschbacher
Mit Jahrgang 1975 war Jakob Aeschbacher vom Schwingklub Zäziwil zwar nicht ganz der älteste Schwinger auf dem Platz, mit seiner Erfahrung zählt er sicher zu den routiniertesten. Bereits zu seinem 18 Emmentalischen Schwingfest trat der Zäziwiler Schwinger an. Elf Emmentaler Kränze zieren seinen Palmarès, 28 sind es insgesamt. Seinen ersten Kranz holte er 1996 am «Emmentalischen» in Linden. Als bald dreifacher Familienvater, Präsident des Schwingklubs Zäziwil, Technischer Leiter der Emmentaler Schwinger, Mitinhaber der Firma ABM Maschinen AG in Huttwil sei das Schwingen heute ein wenig in den Hintergrund gerückt worden. «Rundherum läuft viel», sagt der Buchhalter und Controller, der mit seiner Familie in einigen Monaten ins Eigenheim nach Hasle bei Burgdorf zügeln wird. «Heute habe ich im letzten Gang oft eine andere Position» blickt Jakob Aeschbacher zurück: «Während ich zu Beginn meiner Kranzkarriere meistens im letzten Gang einen «Bösen» bekam, schwinge ich nun mit einem solchen an »
Nicht nach Wunsch lief nun das 18 «Emmentalische», obwohl es fünf Gänge lang tipptopp aussah: Siege über Ruedi Roschi, Thomas Oester und Ueli Krebs standen auf dem Notenblatt. Nur gegen Nichtkranzer Roger Wälchli fand Aeschbacher im letzten Gang kein Rezept. «Da gibt es nichts: den hätte ich gewinnen müssen», blickt der 36-Jährige selbstkritisch zurück. Eine weitere Chance, das Duzend Emmentaler-Kränze voll zu machen, bekommt Aeschbacher in einem Jahr in Bigenthal.

Damian Gehrig
Damian Gehrig aus Wasen ist 18 Jahre jünger als Jakob Aeschbacher – just so viele Jahre jünger, wie Aeschbacher bereits zu Emmentalischen Schwingfesten angetreten ist. Der Schreinerlehrling hat eben Zwischenprüfungen absolviert und vor zwei Wochen am Jurassischen Schwingfest seinen ersten Kranz gewonnen. Gleich beim ersten Anlauf klappte es: im letzten Gang bezwang er mit Roger Wälchli genau jenen Schwinger, den Jakob Aeschbacher am Emmentalischen im letzten Gang hatte stehen lassen müssen. Mit der Leistung am «Emmentalischen» zeigte sich Damian Gehrig «durchzogen zufrieden». «Einen mehr hätte ich gewinnen sollen», blickte er am Abend zurück. Mit je zwei gewonnenen, gestellten und verlorenen Gängen belegte der Turnerschwinger den 14. Schlussrang. Die beiden Siege realisierte Gehrig mit einem Lätz und einem Brienzer. Seine Lieblingsschwünge? Er versuche einfach aus allen Situationen das Beste zu machen, sagte der 18-Jährige. Und dazu hat er gleich nächsten Sonntag beim Mittelländischen wieder Gelegenheit: «In den Ausstich zu kommen und drei Gänge zu gewinnen, ist mein Ziel.»

 

Jakob Aeschbacher

 

Damian Gehrig